Dienstag, 8. Dezember 2009

Baja California und Kupfer Canyon

Hallo ihr Lieben,

die letzte Woche war schon sehr ereignisreich. Wir sind von einem Ort zum nächsten gereist und haben so viel gesehen, vom türkisblauen Meer bis zu dem größten Canyon der Welt - Mexiko hat einfach alles zu bieten.

Als wir in Cabo San Lucas ankamen sind wir gleich mal in das Hotel eingezogen, in dem man mit Walen schwimmen kann - so stand es zumindest im Reiseführer ;)
Es war ja auch nicht ganz gelogen.

Wir kamen abends an und haben uns dann gleich mal auf den Weg zum Strand gemacht. Es fällt einem gleich auf, dass die Stadt hauptsächlich von den Amis lebt, man wird grundsätzlich nur auf Englisch angesprochen, selbst wenn wir auf Spanisch antworteten, kam nur was auf Englisch zurück - besonders im Hard Rock Cafe gab es dann den Kampf der Sprachen.
Hier sind alle heiß geliebten Ami-Schuppen vertreten, von Steakhäusern bis zum Hard Rock Cafe. Was aber auch wieder mal eine nette Abwechslung war.

Als wir uns dann durch die Hafenpromenade durchkämpften (von einem Kellner zum nächsten, der dich gern in sein Lokal setzten wollte), konnten wir es kaum glauben wie klar das Wasser war. Es war die Nacht vorm Vollmond, dessen Licht den Strand erstrahlen ließ. Wir hatten schon spekuliert ob das denn optische Täuschung ist - am nächsten Tag hat es sich aber bestätigt, das Meer war so schön und warm - traumhaft.

Die Hauptattraktion von Cabo San Lucas ist Land's End, dort gibt es El Arco (Bogen), den Playa del Amor(Strand der Liebenden) und den dazugehörenden Playa del Divorcio (Strand der Getrennten). Wir haben uns für eine Tour mit dem Glasboden boot entschieden. Damit sind wir vom Hafen zum letzen Zipfel von Baja California gefahren. Zuerst konnte man super die bunten Fische beobachten, dann fuhren wir zu einer Steinplattform, wo die Seelöwen sich sonnten - echt fies wie die Dinger stinken. Dann konnte wir durch einen Tunnel im Stein - quasi als Fenster - vom Meer von Cortez bis zum Pazifik schauen, dann sind wir in den Pazifik und haben und die beiden oben genannten Strände noch mal von der Seite angesehen, bevor uns der Bootsfahrer dann für den Rest des Tages dort ausgesetzt hat. Man kann diese Strände nur mit dem Boot erreichen, dass macht es schon reizvoll. Allerdings machen diese Tour alle Touristen von Cabo San Lucas mindestens einmal, von daher waren wir nicht alleine.

Dort konnte man auch wunderbar auf den Felsen herumklettern, ohne Sicherung traut man sich halt nicht so hoch...

Die Jungs machten sich einen Spaß draus auf der Pazifikseite des Strandes in die riesigen Wellen zu springen, weiter hinaus als bis zur ersten und gleich wieder raus trauten sie sich dann aber auch nicht. Vom Schwimmen dort wurde uns von unserem Kapitän abgeraten, war schon heftig das Meer. Aber wir mussten ja nur 100m durch den Sand und schon waren wir im ruhigen Meer von Cortez.




Das Fenster zum Pazifik
Der Bogen
Playa del Divorcio vom Boot aus (Pazifikseite)
und hier am Strand
in Richtung Meer von Cortez fotografiert - die Verbindung von den beiden Stränden

Am nächsten Tag blieb uns dann auch schon nicht mehr viel Zeit, mittags fuhren wir mit dem Bus weiter nach La Paz. Die Aussicht aus dem Bus war auch sehenswert. Baja California ist hauptsächlich Steinwüste mit einen Haufen Kakteen und dürren Sträuchern. Wir sind also den Pazifik entlang gefahren und gleich neben der Küste war Wüste - genial.

In La Paz haben wir wieder eine Bootstour gemacht. Diesmal zu der riesigen Isla de Espiritu Santo, die war relativ weit weg vom Festland, mit vollem Speed sind wir dort sicher erst mal eine Stunde hingefahren, um dann den ganzen Tag herum zu fahren und dort an einem einsamen Strand zu schnorcheln. Dort waren wir dann wirklich alleine auf der unbewohnten Insel die unter Naturschutz steht - genial.



Das war auch mal ein Erlebnis - wir sind mit einer Delphin Herde mitgefahren. Wir haben mit dem Boot extra 5 Runde gedreht, damit wir immer mittendrin mitkonnten. Die hatten einen Spaß dran immer genau vor dem Boot herzuschwimmen, auch bei vollem Speed waren die noch schneller. Das waren locker über 100 Delphine!






Der Kugelfisch war gerade am sterben, weil nur dann treiben sie ununterbrochen aufgeblasen vorm Strand herum. Das Ding war ziemlich stacheligIch hab auch ein totes Exemplar gefunden
Den Strand hatten wir nur für uns
Sonnenuntergang in La Paz

Am Tag darauf sind wir mit der Fähre ans Festland gefahren. Zuerst konnten wir noch zwei Stunden am Strand nutzen, bevor wir ablegten.


In Los Mochis sind wir dann in den Zug der durch den Kupfer Canyon fährt eingestiegen - bzw. war das erste Stück Schienenersatzverkehr bis zur nächsten Station. Da war es dann so kalt wir wir noch einen Stunde auf den Zug warten mussten.

Dann ging sie los die wilde Fahrt. Anfangs noch durch an kleineren Bergen vorbei und dann wurde es immer steiler und höher. Die Schienen gingen meist an einer Seite an der Steilwand entlang, auf der anderen Seite ging steil hinunter. Einmal hab ich auch einen verrosteten Wagon unten in der Schlucht gesehen, da wurde mir dann schon etwas mulmig.






Wir machten dann einen kleinen Stopp in Divisadero. Dort hatten man die beste Aussicht über den großen Canyon. Wir haben uns dann noch ein paar Street-tacos dort gekauft und schon ging es wieder weiter, nach ca. 15 min. Nur blöd, dass der Manuel noch nicht wieder im Zug war als der abfuhr. Der Dominik musste den Zug anhalten lassen, damit der nachrennende Manuel (mit Tacos in der Hand balancierend) doch noch mitfahren konnte - was für ein Spaß.


In Creel sind wir dann ausgestiegen und haben uns dort ein Hostel gesucht. Hostel ist übertrieben, da hat halt eine Familie ein paar Räume dran gebaut. Mensch war es dort kalt, morgens war schon Eis an den Autoscheiben. Zum Glück haben wir einen winzig kleinen Heizstrahler ins Zimmer bekommen - dessen Leistung allerdings zu wünschen übrig lies.
Der Vermieter hat dann auch Touren angeboten. Also haben wir den nächsten Tag genutzt und haben erst mal bei ihnen im Wohnzimmer gefrühstückt - lecker Haferschleim. Danach wurden wir ein einen Bus gesetzt und als wir unseren Fahrer sahen war schon meine erste Frage wie alt der denn wohl sei. Als der dann nicht mal rückwärts ausparken konnte, haben wir uns schon Blicke zugeworfen. Als er dann beim ersten Stoppschild zwar anhielt aber nicht schaute und drauf los fuhr war es klar, der konnte nicht Autofahren. Deshalb haben wir auch gleich einen Unfall gebaut!

Blöd dass da gerade wer kam als er auf die Hauptstraße wollte, den sind wir voll in die Seite gekracht. Das andere Auto war völlig hinüber, bei unserem Kleinbus war bloß das Nummernschild verbogen.

Also wieder zurück zum Haus und mit seinem großen Bruder und einem komfortableren Jeep losgefahren. Da hatten wir ja echt Glück, dass der gleich einen Unfall gebaut hat, sonst hätten wir mit dem durchs absolute Gelände fahren müssen, durch Flüsse und über Felsen.

Wir sind dann in zwei Naturschutzgebiete eingefahren - dort leben bloß die Indigenas (die noch nicht mal Spanisch sprechen, außer COMPRA! und DAME PESO! (Kauf!, Gib mir Geld!)). Sie wollen einem halt alle möglichen Handarbeiten andrehen, mit denen man aber eher wenig anfange kann.

Das absolute Highlight war dann, als wir aus dem Auto ausstiegen und erst mal ein Weilchen durch den Wald wanderten, bis wir zu einem Wasserfall kamen. Die Kulisse hat eher an Kanada als an Mexiko erinnert, vor allem auch weil es so kalt war. Zum Glück haben wir Mädls uns noch am Vortag Haube und Handschuhe gekauft :)
Dass er uns 10 min. vorher im Auto noch erzählte, was hier alles für Tiere vorkommen, hab ich gekonnt ignoriert - ganz oben auf der Liste stand Klapperschlange und Schwarzbär.









Die leben in einer Steinhöhle - hinter dieser Tür ist die Küche
Da waren wir in einem Dorf, dort haben gerade alle gewartet, um dann in die Kirche zu gehen

Dann ging es mit dem Bus nach Chihuahua und von dort früh morgens mit dem Flieger wieder zurück nach DF und dort mit dem Bus wieder nach Cholula - es war schon viel im BUS, Flieger, Fähre, Taxi sitzen dabei bei dieser Reise, wir haben ja auch eine wahnsinns Strecke zurückgelegt. Trotzdem war es das wert, was ich für schöne und unterschiedliche Orte gesehen habe in der Woche werde ich nie vergessen.

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